Impressum | English











Wann findet die Wartburgtagung statt?
Die Tagung findet vom 6. bis 8. Mai 2004 im Hotel auf der Wartburg in Eisenach statt.



Professor Dr. Ernst-Ludwig Winnacker
Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Studium der Chemie in Zürich, Promotion (1968), Postdoktorate an der University of California, Berkeley (1968 - 1970), am medizinischen Nobelinstitut des Karolinska Instituts in Stockholm (1970 - 1972), Assistent am Institut für Genetik der Universität Köln, Habilitation im Fach Genetik (1974), ordentlicher Professor für Biochemie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (seit 1980), Leiter des Laboratoriums für Molekulare Biologie - Genzentrum der Universität München (seit 1984), Gastprofessor an der Harvard Medical School (seit 1990), Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (seit 1.1.1998), Vizepräsident der Alexander von Humboldt-Stiftung.

Sachverständiges Mitglied der Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages zum Thema "Chancen und Risiken der Gentechnologie" (1984-1987), Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1987 - 1993), Mitglied des Wissenschaftlich-Technischen Beirats des Bayerischen Ministerpräsidenten, Mitglied der Akademie der Naturforscher Leopoldina, der Göttinger und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften. Verleihung des Arthur-Burckhardt-Preises (April 1994), auswärtiger Vizepräsident der Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle an der Saale (seit April 1995).

Mitglied der folgenden Stiftungen:
Arthur-Burckhardt-Stiftung, Stuttgart - Stiftungsrat; Aventis Foundation, Strasbourg - Kuratorium des Karl-Winnacker Fonds; Bayer AG, Leverkusen - Aufsichtsrat; Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst - Rat für Wissenschaft und Forschung; Berlin-Brandenburgische Akademie, Berlin - ordentliches Mitglied der Biowissenschaftlich-medizinischen Klasse; Braunschweig-Preis - Mitglied der Jury; Burda-Stiftung "Prometheus", München - Stiftungsrat; Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, Halle (Saale) - Präsidium; EleGene AG, Martinsried bei München - Aufsichtsrat; Evangelische Akademie Tutzing - Kuratorium; Eppendorf Young Investigator Award, Hamburg - Auswahlausschuß; Fondation de la Maison de la chimie, Paris ; Gottlieb-Daimler- und Karl-Benz-Stiftung, Ladenburg - Kuratorium; Harvard Medical School - Visiting Committee, Board of Overseers; Institute of Medicine - National Academy of Science, Washington; Institut Technik Theologie Naturwissenschaften (TTN) - Ehrenvorsitzender; Herbert Quandt Stiftung, Bad Homburg - Stiftungsrat; MediGene, Martinsried bei München - Aufsichtsrat; Nascacell, Martinsried bei München - wissenschaftlicher Beirat; Switch Biotech, Martinsried bei München - wissenschaftlicher Beirat; Wissenschaftlich-Technischer Beirat beim Bayerischen Ministerpräsidenten, München.

Samstag, 8. Mai 2004 um 09.45 Uhr
"Die gesellschaftliche Verantwortung angesichts neuer humanbiotechnologische Möglichkeiten"


Abstrakt
Fragt man nach der gesellschaftlichen Verantwortung angesichts neuer humanbiotechnologischer Möglichkeiten, lohnt es sich, die Versuche der Manipulation an der Natur des Menschen bis zu der biologischen Revolution, deren Zeuge wir heute werden, zu rekapitulieren: Die Geschwindigkeit dieser Revolution ist bis dato unerreicht. Umso drängender sind die Fragen, was bislang erreicht wurde und wo die Zukunft liegt. Ersteres lässt sich in sieben Punkten zusammenfassen: 1. die Entdeckung der Gene; 2. die Definition des Genoms; 3. die Feststellung von Verwandtschaften zwischen Genen einfacher Modellorganismen und menschlichen Genen; 4. die Identifizierung defekter Gene als Auslöser für Krankheiten; 5. die Entwicklung gentherapeutischer Methoden; 6. die Herstellung erbgleicher Organismen (Klone) aus Zellen erwachsener Organismen; 7. die Herstellung humaner embryonaler Stammzellen. Mit diesen Entwicklungen steht eine Vielzahl von Technologien zur Verfügung, die auch auf den Menschen angewandt werden könnten. Der Einsatz dieser Technologien am Menschen wird von den Zielen und den normativen Grenzen ihrer Anwendung abhängen. Ist der Mensch zwar biologisch von den Genen abhängig, bleibt doch bei kognitiven Merkmalen das Wechselspiel zwischen Genom und soziokulturellen Einflüssen unverstanden. Dass der reinen Biologie bei den Leistungen unseres Gehirns Grenzen gesetzt sind, ist im Zeitalter der Genomforschung unumstrittener denn je. Noch drängender werden Fragen der Ethik angesichts der Herstellung geklonter menschlicher Embryonen in Korea. Die Reprogrammierung hochspezialisierter Erbinformation beim Klonen verläuft unvollständig und fehlerhaft; so entstandene Fehler sind im frühesten Stadium in den Zellen angelegt. Kann man den Einsatz solcher Zellen zur Therapie am Menschen wollen? c) Vor einigen Jahren wurde gemeinsam mit einigen Münchner Kollegen ein Denkmodell entwickelt, das das Ausmaß eines gentechnischen Eingriffs am Menschen an vier Parametern misst, nämlich dem der Menschenwürde, dem Berufsethos des Arztes und Wissenschaftlers und schließlich dem Begriff der Krankheit. In meinem Beitrag werde ich untersuchen, inwieweit auch die neuesten Entwicklungen wie das Klonen durch Kerntransfer in dieses Schema hineinpassen, um damit die Argumentation in der diskursiven Auseinandersetzung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu schärfen. Gerade die Geschichte der Biologie und der Medizin ist eine Geschichte der Grenzüberschreitungen und Tabubrüche – um so mehr sind Biologen und Mediziner zum Dialog mit der Gesellschaft verpflichtet.


Referenten auf einen Blick
Für eine Kurzbiographie bitte auf den jeweiligen Referenten klicken.

Prof. Dr. Reiner Anselm
Prof. Dr. Dr. Carlos María Romeo-Casabona
Landesbischof Prof. Dr. Christoph Kähler
Prof. Dr. Nikolaus Knoepffler
Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Bundesmin. a. D.
Nobelpreisträgerin Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard
Prof. Dr. Jürgen Simon
Ministerin Prof. Dr. Dagmar Schipanski
Prof. Dr. Hans R. Schöler
Prof. Dr. Gianni Vattimo
Bischof Prof. Dr. Joachim Wanke
DFG-Präsident Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker

Home | Programm | Thema | Referenten | Anfahrt | Übernachtung | Förderer | Organisation | Dokumentation
© 2004 Design und Programmierung Tim Leichter